Das doppelte Tabu - Häusliche Gewalt und Alkohol

In der Arbeit mit Betroffenen und Gefährdern Häuslicher Gewalt stossen Fachpersonen wiederholt auf die Herausforderung einer gleichzeitigen Alkohol- resp. Suchtmittelproblematik. Gleiches gilt in der Arbeit mit Suchtkranken Menschen, wo Fachpersonen immer wieder mit dem Thema Häusliche Gewalt in konfrontiert werden. Diese Tatsachen haben die Frage einer sinnvollen und zielführenden Zusammen- und Schnittstellenarbeit aufgeworfen.

Der Fachverband Sucht (FS) und die Schweizerische Konferenz gegen Häusliche Gewalt (SKHG) haben daher gemeinsam das Projekt „Häusliche Gewalt und Alkohol: Bedarfsanalyse, Sensibilisierung und Vernetzung, Handlungsempfehlungen“ lanciert. Ausgehend von den 2013 veröffentlichten Ergebnissen und Handlungsempfehlungen der Studie „Gewalt in der Partnerschaft und Alkohol“ soll die Versorgung direkt oder auch indirekt von dieser Dualproblematik betroffener Menschen in der Schweiz verbessert werden.

Gestützt auf die Ergebnisse der im September 2015 durchgeführten Tagung "das doppelte Tabu" haben der FS und die SKHG nun Empfehlungen an Politik und Verwaltung, Fachverbände sowie Institutionen zum Umgang mit der Dualproblematik Häusliche Gewalt und Alkohol resp. Substanzkonsum ausgearbeitet. Insbesondere folgend Ziele werden dabei angestrebt:

  • Koordination und Vernetzung der zuständigen Stellen sowohl auf Bundes- wie auch auf kantonaler Ebene
  • Definition von klaren Zuständigkeiten
  • Vermittlung und Bereitstellung eines einheitlichen und breit abgestützten Fachwissens
  • Spezifische und professionelle Hilfe für Betroffene und Gefährder, die in Anspruch genommen werden
  • Verbindliche Zusammenarbeit der verschiedenen Fachrichtungen an den Schnittstellen
  • Etablierung von klaren Haltungen der Institutionen zu den Themen Sucht/Substanzkonsum und Gewalt-/Aggressionsverhalten

Finden Sie hier die detaillierten Empfehlungen